Mittwoch, 10. November 2010

Zwei psychologische Übungen

Zwei taoistische Original-Texte aus dem Jahr 1816

Psychologie ist älter als Sigmund Freud. Die altgriechischen Philosophen (z. B. Plotin) und die Taoisten Lao-tzu und Chuang-tzu aus derselben vorchristlichen Epoche sind die Altmeister. Was sie zu sagen haben, gilt jederzeit und überall, in allen Kulturen und Sprachen und ist höchst relevant, wie auch der Arzt und Psychiater Carl Gustav Jung vor 80 Jahren erkannte.

Damit der Mensch sein bioelektrisches Energiesystem nicht schädigt, gar ruiniert und stattdessen sorgfältig sich selbst kontrolliert, auf dass jedes Energieabfliessen verhindert wird, hat vor etwa 200 Jahren der Taoist Liu I-Ming zwei einfache mentale Übungen empfohlen. Mit Hilfe dieser Übungen wird eine womöglich irrige Selbstwahrnehmung des Menschen korrigiert, die unter anderem auch für seinen Energieverlust verantwortlich ist. Es klingt alles ganz einfach. Vorkenntnisse sind nicht notwendig.

Liu I-Mings psychologische Übungen:


Wenn du diesen Gedanken nicht folgen kannst, auch nicht die entfernteste Ahnung hast, worüber Liu I-Ming hier zu dir spricht, dann ist der Grund deines übermäßigen Abfliessens bioelektrischer Lebensenergue klar: Du bist vollkommen der Illusion aufgesessen, dass der "Hautsack" (mit Blut, Fleisch und Knochen einschliesslich seiner erlernten Fertigkeiten), in dem du wohnst, alles ist, woraus du bestehst, dass alles, was du durch Nachdenken nicht erklären, nicht beobachten  oder nicht nachvollziehen kannst, nicht existiert. Du glaubst, dass dein Ich, dass du selbst durch deine Hautoberfläche von allem anderen abgegrenzt wirst. Etwa nach dem Motto: "Drinnen Ich, draußen du und alles andere."

Fazit

DA HAST DU NOCH VIEL ARBEIT VOR DIR, BEVOR DU NICHT MEHR DEN DIENER FÜR DEN HERRN HÄLTST (auf Deutsch: bevor du nicht länger den Bock zum Gärtner machst.

Gesundung von der Parkinson-Krankheit (vgl. Parkinson Recovery Program) setzt voraus, dass der tagtäglich schleichend wachsende Energieverlust gestoppt wird.

Beginn mit den Übungen!

Hier im Blog gibt's erprobte Methoden.

Was Liu I-Ming in den iben zitierten Quellen so kurz und bündigt kennzeichnet, wird z. B. in der Anthroposophie Rudolf Steiners als "Fortschreiten der Seelenentwicklung" bezeichnet, vgl. Rudolf Treichler: Die Entwicklung der Seele im Lebenslauf, S. 300f     
Mensch - Seele - Geist Anthroposophie

Rudolf Steiner: Fortschreiten der Seelenentwicklung

Sonntag, 17. Oktober 2010

Geheimnis der Goldenen Blüte

Die Levodopa-Entzugs-Kur hat  beinahe funktioniert. Ende Oktober 2010, also 12 Monate nach Beginn der heftigen Reduktion der L-Dopa-Medikation, bin ich bei 125 mg pro Tag angekommen. Zusätzlich allerdings 1 mg Azilect (Rasagilin) und 1 Tablette Amantadin. Bei Belastung erhöhe ich auf 250 mg L-Dopa pro Tag (Wandern, Radtour, Party, Banjo-Spielen u. ä.) Von einem wirklichen "Entzug"" kann also nicht die Rede sein, da ein Rest-Abhängigkeit von L-Dopa zu beklagen ist. Versuche, die Einnahme von L-Dopa auf 100 mg oder 50 mg pro Tag zu begrenzen, scheiterten im März/April 2010 an:

1. Lähmungen zunächst der Beine, dann aller Gliedmaßen

2. schrecklichen Angstzuständen und Wahnvorstellungen, die erst nit einer leicht erhöhten L-Dopa-Medikation auf 150 mg pro Tag beherrschbar wurden.

Fazit:die L-Dopa-Sucht bleibt auf verringertem Niveau bestehen: Ein "schöner" Teilerfolg.

Andererseits:
Die allgemeine Bewegungsfähigkeit ist akzeptabel; die Stimmungslage so gut wie nie in den letzten 10 Jahren  und dies nach 13 Jahren Parkinson-Diagnose.

Das war noch nicht alles !

Dank tagtäglicher mentaler Übungen nach taoistischen oder buddhistischen Original-Schriften (Kleiner Kreislauf des Stillen Qigong) hat sich auch die Psyche (Dissoziation!!) stabilisiert.




in: Carl Gustav Jung:  Einführung zu "Geheimnis der Goldenen Blüte", S.54f

Überraschung: 
ich bin nicht allein auf diesem Weg !

Am 15. Oktober 2010  las ich die Texte des berühmten Arztes und Psychiaters C. G. Jung und die Originalübersetzungen von zwei historischen chinesischen taoistischen Übungsanleitungen (übersetzt von Richard Wilhelm ins Deutsche). Zu meiner freudigen Überraschung stimmen C.G. Jungs psychologische Kategorien überein mit den chinesischen Kategorien "hun" des "wahren Ich" (bei C.G. Jung = Selbst bzw. Animus, s. Seite 52) und des "po", des konditionierten Selbst (C.G. Jung = Ich bzw Anima). 

Meine Lernerfahrung: 
C. G. Jung als Begründer der modernen Psychologie hat schon vor 80 Jahren sein Erkenntniswerk auf den taoistischen Quellen aufgebaut, die ich zur Überwindung meiner Dissoziation tagtäglich zu Rate ziehe. So empfinde ich jetzt meine "innere Arbeit" als vom berühmten C.G. Jung "abgesegnet". Nach Jungs Auffassung gibt es keine unterschiedlichen Psychologien, abhängig von Zugehörigkeiten zu den Weltreligionen.  Der Mensch ist der Mensch.


 Schön, sich nicht mehr als Sonderling unter Andersdenkenden fühlen zu müssen !

 
Wie aber soll ich jetzt vorgehen?

Wenn der Mensch psychisch, physisch und seelisch kraftlos ist, dann fühlt er sich erbärmlich. Wie erbärmlich sich jeder Parkinson-Patient fühlt, wenn die Ärzte ihn als "unheilbar" titulieren, kann man seinem Gesichtsausdruck, seiner Körperhaltung und seinem Gangbild unschwer entnehmen.  Also geht es darum Kraft zu gewinnen. Und zwar nicht nur physisch, sondern auch seelisch und psychisch.


Hier, in dem Buch (dem die Zeichnungen entstammen)


Das Geheimns der Goldenen Blüte

wird der Weg erklärt und aufgezeigt, wie seit über 3.000 Jahren Menschen ohne fremde Hilfsmittel Lebensenergie gewinnen bzw. zurück gewinnen, wenn sie diese verloren haben. Hierzu bedarf es fachkundiger Anleitung heutzutage im Westen, weil die verwendeten
Begriffe und Bezeichnungen weit über das hinaus gehen, was an hiesigen Universitäten gelehrt wird. Von einem messbaren Kreislauf an elektrischer Energie haben viele Ärzte im Westen nicht einmal gehört: Wie sollten sie denn einen solchen etwa mit Akupunktur oder Akupressur in gewünschter Richtung beeinflussen können? Ein guter Qigong-Lehrer ist heute glücklicherweise in jeder Stadt zu finden. Auch viele Osteopathen wissen, was ein "Meridian" ist und wie man darauf einwirken kann. Und schon kann es losgehen!  Den Gesetzmäßigen, den Kleinen und den Großen Kreislauf müsst ihr dann aber allein üben - alle Tage selbstverständlich. (Beispiel: ich bin derzeit bei gut 2 Stunden Qigong-Arbeit täglich - bei gutem Wohlbefinden!)

Die philosophische Basis dieser Methoden zur Gewinnung seelischer und psychischer Kräfte ist übrigens auch schon in Griechenland erkannt worden; vor 1.800 Jahren: von dem Philosophen Plotin.  Plotin war als Philosoph aber weit davon entfernt, in damaliger Zeit ein ganzheitliches System der Lebenswissenschaften zu erkennen, welches auf seinen philosophischen Erkenntnissen aufbauen könnte..Das war einmal. Welcher Europäer richtet heute seine Lebensphilosophie an dem großartigen Plotin aus??

Der Gerechtigkeit halber wird betont, dass die Qi-Lebenswissenschaften die gleichen Grundlagen haben wie die indischen Ayurveda-Lebenswissenschaften. Mit Religion hat dies alles wenig oder nichts zu tun. Es geht hier eher um eine angemessene Anthropologie, Psychologie und Medizin. 




Fang doch schon mal an, indem du den Link des "Golden Elixir" anklickst !!



Mittwoch, 28. April 2010

Nur 'raus aus der "dissociation"

Die am 14. April 2010 verstorbene Psychologin Alice Miller verdeutlicht in ihrer Arbeit (vgl. ihre Webseite) , wie seelische und körperliche Kindesmisshandlungen zu der "gefühllosen" Prädisposition führen kann, die vom Parkinson Recovery Project als notwendige - nicht "hinreichende" -Voraussetzung für eine spätere Parkinson-Erkrankung identifiziert worden ist.

Fazit:
Bei psychogener Parkinson-Erkrankung ist ohne eine Abarbeitung seelischer Altlasten aus der Kindheit kein Heilungs - oder Besserungserfolg möglich.

"Misshandlungen" sind nach Alice Miller auch
- Liebesentzug
- manipulative Erziehungspraktiken
- mit Bicken strafen
- Dressur mit Blicken
usw.

Gefährlich sind diese Praktiken, weil sie - nach Miller - zu einem "Selbst-Verrat" des so dressierten Kindes führen können.

Die neueste Veröffentlichung Alice Millers kann von ihrer Webseite herunter geladen werden: "Jenseits der Tabus"

Dienstag, 9. Februar 2010

"Diener zweier Herren"

Dass ein missglückter Versuch des Parkinson-Patienten, die Dualität seines Daseins zu überwinden, Ursache seiner Erkrankung ist, hat das Parkinson Recovery Project ausführlich dargelegt. Die letzten 6 Posts handeln allein von diesem Thema.



Auch der edle Koran verdeutlicht die Dualität, die der Mensch zu überwinden hat: 

Qur'an 39:29

"Gott prägt das Gleichnis vom Sklaven im gleichzeitigen Eigentum zweier Herren, die ständig miteinander im Streit liegen.
Diesem Leibeigenen stellt Gott in seinem Gleichnis einen Diener gegenüber, der nur einem Herren gehört und gehorcht. Sind diese beiden Diener etwa gleich gestellt? Lob gebührt Gott! Aber die meisten von ihnen wissen nicht."

Kommentar
aus der Sicht des Parkinson Recovery Project, Kapitel 46:

Der natürliche Herr des doppelt "Leibeigenen" in diesem Gleichnis ist der Erschaffer der Welten, ist Allah, ist Gott. Zu seinen Schöpfungen zählt der Geist-Körper-Komplex des Menschen, den wir hier als "reines Ich" bezeichnen (vgl. Post vom 7. Dezember 2009). 

Dieses "reine Ich" des doppelt Versklavten will allein dem Weltenerschaffer gehorchen. 

Derselbe Weltenerschaffer hat es aber zugelassen, dass ein "selbsternanntes Ego", eine Fiktion des Menschen, ihm, dem Schöpfer, diese Herrschaftsrolle ständig streitig macht. 

Welchem dieser ungleichen Herren soll also der zweifach "Leibeigene" willfährig sein, wem soll der gehorchen? - Dem Weltenerschaffer oder seinem "selbsternannten Ego". (Dr. Janice  Walton-Hadlock, die Leiterin des Parkinson Recovery Project an der TCM  Universität in Santa Cruz, Kalifornien (USA), bezeichnet in ihren im Web einsehbaren Publikationen das "reine Ich"als Self, das "selbsternannte Ego" als self.)


Der spätere Parkinson-Patient hat sich - wenngleich unfreiwillig - für den falschen Herrn entschieden, allerdings unter äußerem Zwang: Der spätere Parkinson-Patient ist Leidtragender einer kindheitlichen, auf Liebesentzug gegründeten Erziehung zur Selbstbeherrschung. Die komplette Unterdrückung natürliccher Unlustäußerungen und deren Ersatz durch eine Art soldatischer "Poker-face"-Mentalität ist ihm im frühen Kindesalter als Idol - quasi als "Nebengott" zum Weltenerschaffer - eingebleut worden. 

Der auf diese Weise prädisponierte spätere Patient hat sich schon früh abgewöhnt, seine natürlichen Gefühle zu äußern, wie es der Weltenerschaffer für die gesamte Menschheit vorgesehen hat und jedem einzelnen Menschen zu dessen eigenem Vorteil und Überleben anempfiehlt. 

(Anschungsbeispiele für oben genannte Zwangserziehung sind in dem Spielfilm "Das weiße Band" zu finden.)


Für den späteren Parkinson-Patienten ergibt sich aus dem offenkundigen Dilemma widerstreitender Befehle das Erfordernis, die in seinem Inneren erkannte Dualität seiner Herren zu beenden. Dies erreicht er durch eine Abschottung von seinen Gefühlen als Ausdruck der nunmehr dem selbsternannten Ego anvertrauten und übergebenen Kontrolle. 


Eine "Bewältigung" der Parkinson-Erkrankung, um die es hier geht, setzt eine Abkehr vom Weg zum falschen Ziel voraus. Nicht die absolute Selbstkontrolle darf der Mensch verherrlichen, sondern seine natürliche Form der Lebensäußerung. Eine solche Äußerungsform entspricht den Naturgesetzen, die auf den Weltenerschaffer zurückgehen.

Achtsamkeit geboten

Bei seiner Umkehr vom falschen Weg und Neuorientierung muss der Patient behutsam, aber nachhaltig vorgehen, Stück für Stück und schrittweise, aber unbeirrbar dem neuen Ziel, dem natürlichen Herren, dem Weltenerschaffer entgegen. Nur so kann er seine in Folge des frühkindlichen Traumas "eingefrorenen" Gefühle als solche - endlich - wahrnehmen.


"Gletscher-Schmelze"

Die zu einer Art Gletscher angewachsenen Gefühlseinfrierungen des Patienten können über den Weg des Bewusstmachens zu einer Art Erwärmung des subjektiv wahrgenommenen Klimas führen. Hierdurch beginnen die am Grunde des Gefühls-Gletschers gelagerten, tiefgefrorenen Schichten zu schmelzen. Das Schmelzwasser erlaubt dem Eisgebirge nun, sich den physikalischen Gesetzmässigkeiten, den Naturgesetzen entsprechand talwärts zu bewegen, wobei der Gletscher Stück für Stück in Folge der Erwärmung sein Eis-Volumen reduziert.

Aus diesem "Gletscher-Tal" gibt es kein Entrinnen. Fachkundiger Rat und liebevolle Begleiter sind unerlässlich. Innere Standfestigkeit des "Desertierten" gegenüber den Übergriffsversuchen des entmachteten, allein gelassenen Herrn (= selbsternanntes Ego mit der verordneten "Selbstbeherrschung") ist das Gebot.



Freitag, 11. Dezember 2009

Neuropathologisches Drama in 5 Akten - Fortsetzung




3. Akt: Erkrankung   -   Fortsetzung  

 sE: Das sE des Menschen, der mit der Diagnose "morbus parkinson" konfrontiert worden ist, versucht nun weiterin - entsprechend seiner Prädisposition - auch hieraus das Beste zu machen. Er wehklagt nicht, vertraut sein inneres Durcheinander, seine Dissoziation keinem anderen Menschen an. Selbst wenn er dies wollte, könnte das sE diese "Beichte" gar nicht liefern, da es ja selber - in seiner Selbst-Illusionerung - Opfer der "seelischen Erblindung" ist.


Das sE legt sich eine neue Strategie zurecht, mit deren Hilfe weiterer "Schaden", d. h. seelisches Leiden, verhindert werden muss. Diese Strategie wid durch das Vertuschen der Krankheit realisiert. Nach dem Motto. Wenn's keiner merkt, werde ich nicht mit lästigen Fragen behelligt. und ich kann mich weiterhin - wie bisher - in meinen "mentalen Reservaten" bewegen. Das sE gibt sich zweckoptimistisch: "schlimmer kann's ja gar nicht werden!" - Doch dies ist sein verhängnisvoller Irrtum, wie sich bald zeigen wird.




eine Rechnung ohne den Wirt


sE: Das sE hat bei dieser neuen Strategie aber seine Rechnung ohne den Wirt gemacht. Und wer ist dieser "Wirt"? Der Wirt ist natürlich der Geist-Körper-Komplex, das rI, das quasi die Startbasis für die Eskapaden des sE darstellt. Das rI - und das ist die Definition der Erkrankung - ist nicht mehr "Herr seiner selbst", sondern muss unwillkürlich erzittern, wenn bestimmte Situationen dazu zwingen. Ja, das rI muss sich sogar schütteln, d. h. eine oder beide Hände um wenigstens 5 cm unkontrollierbar hin und herbewegen -, sobald ohne Vor-Ansage eine auslösende Situation eintritt.

rI: Es ist nicht zu übersehen: Das rI, der Wirt des sE, will mit dem Zittern das Signal geben, dass nun die Grenze wieder einmal überschritten worden ist - und dass es Hilfe braucht, weil es die Kontrolle verloren hat.


sE. In seiner eingeübten Siegerpose und Erfolgssucht, die man auch als Angst vor der Aburteilung - wie gezeigt wurde - interpretieren kann, weiss das sE schon wieder schnellen Rat: Es bildet sich fort, es recherchiert vielenorts über Entstehung und Behandlung der Parkinson-Krankheit und legt sich auf der Grundlage der Recherche-Ergebnisse eine Durchalte-Strategie zurecht. Diese Durchhaltestrategie erinnert an Propaganda und Realitäten, denen deutsche Soldaten unter Adolf Hitler etwa von 1942-1945 ausgesetzt waren


der "Endsieg" ist nah...

Was ist gemeint? - Das rI hat doch tatsächlich einen neuen Grund gefunden, um nicht an den Festungen seiner Verblendung, den Barrikaden zur Begrenzung seiner Reservate rütteln zu müssen. Es kann seine Dissoziation weiterhin pflegen, weil es dafür einen nachvollziehbaren Grund gibt. Diesen Grund sieht das sE im Endsieg der medizinischen Forschung über die "unheilbaren" chronischen Krankheiten, zu denen ja auch die eigene gehört. Die Gen-Forschungg soll es richten, was das sE nicht in Angriff nehmen will.


Mit dieser Verlagerung der "Erlösung" in die unkontrollierbare Zukunft schwindet jede Chance des Erkrankten auf einen wenigstens glimpflichen Verlauf des morbus parkinson. Es geht dem Patienten wie den deutschen Soldaten zum Ende des zweiten Weltkriegs: ein aussichtsloser Kampf für ein sinnloses Ziel, und das Überleben ist nur noch eine Sache des Zufalls.


rI: Das rI ist über diese Entwicklung sehr unglücklich, weil es ahnt, dass bei einer angemesseneren Einstellung des sE Chancen bestünden, den Krankheitsverlauf positiv zu beeinflussen. Das rI beginnt, an dem unvernünftig und unnatürlich handelnden sE zu zweifeln. Dies bringt die Dualität von eI und sE insgesamt in Gefahr.



sE: Das sE leidet natürlich unter der Tristesse der Parkinson-Krankheit. Es traut sich oft nicht, die Wohnung zu verlassen, um sich "unter das Volk zu mischen". Ebenso am Arbeitsplatz: Das sE reduziert Kontakte zu seinen Kollegen auf ein Minimum, um nicht in dem einen oder anderen Falll in Erklärungs-Notstand zu geraten. "Warum zitterst du?" "Ich glaub, du hast die Schweinegrippe!"

sE: Zur eigenen Aufheiterung kennt das sE des Patienten probate Mittel: Alles, was zum Ausstoß von körpereigenem Adrenalin führt, wird als anregend, befriedigend und aufmunternd empfunden.
Was könnte dies sein? - Nun, es sind - wie bei alleen anderen Menschen - auch alle Götzen des Hedonismus, hier jeweils mit ihren  Ansatzpunkten zur Dissoziation beispielhaft aufgeführt



Kauf-Sucht  - 
Selbst-Darstellung, Selbst-Inszenierung, Selbst-Verliebtheit

finanzielle Wagnisse - 
Selbst-Beweihräucherung,  Selbst-Test, Selbst-Überschätzung

Börsen-Spekulation -  
Selbst-Überschätzung, Selbst-Kasteiung

Abenteuer-Trips          
Selbst-Inszenierung, Selbst-Inthronisierung, Selbst-Verliebtheit

Glückssspiel -              
Selbst-Ausbeutung, Selbst-Bestrafung

Sexual-Phantasien -    
Selbst-Mißbrauch, Selbst-Verwahrlosung, Selbst-Befriedigung

Bordell-Besuche         
Selbst-Erniedrigung, Selbst-Verübelung

Internet- und Telefonsex - 
Selbst-Mißbrauch, Selbst-Verleugnung, Selbst-Befriedigung

Alkoholismus              
Selbst-Mißbrauch, Selbst-Verwahrlosung, Selbst-Agression

Computer-Spiele          
Selbst-Erniedrigung, Selbst-Verwahrlosung, Selbst-Verleugnung



Welch schreckliche Ansammlung profaner, wenig sinnvoller Aktivitäten, die das sE des Parkinson-Patienten dank seiner Disposition allerdings äußerst selektiv und immeer diskret handzuhaben versucht. Das sE der Patienten folgt damit nur der Spur, den die Massenmedien auch allen gesunden Menschen in der Werbung empfehlen.



rI: Die hedonistischen Ersatzbefriedigungen des sE sind aus der Sicht des rI jämmerliche Schwachheiten, die ihm, dem rI, zugemutet werden und die seine Verachtung des sE verstärken. Mit jedem Adrenalinschub, den ein Computerspiel des sE im Gehirn des rI auslöst, ist ja auch immer schon das "Erwachen" aus der Stimulation, die Entzugswirkung,verbunden: das Abstürzen  nach der Adrenalinausschüttung, die mit dem Gefühl der Depression des sE einher geht. "Depression" steht hier zunächst für die noch oberflächlicheren, aber durchaus schon unangenehmen Gefühle, wie z.B.


Ermattung
Enttäuschung
Antriebslosgikeit
geistige Leerheit
Hektik
Ruhelosigkeit

Nervosität
mangelnde Konzentrationsfähigkeit
Wiederholungsverlangen
Übellaunigkeit
Streitlust
Povokantes Auftreten und Reden.


rI: Nun müsste das ri eigentlich erkennen, dass die vorgenannteen Leidensformen nicht sein eigenes Wesen betreffen, sondern allein zu Lasten des Se gehen. Jedoch: beide, das sE und das rI, wissen ja gar nicht, auf welche Weise sie sich von einander unterscheiden. In den Gedanken und Gefühlen des erkrankten Menschen wird ja alles durcheinander geschüttelt. Von Sekunde zu Sekunde ist mal das sE dran, mal das rI. Es ist die Dissoziation von sE und rI, welche die Parkinson-Krankheit ausmacht.


Dissoziation





Fortsetzung folgt...


4. Akt:  Therapie


Vgl. Posting vom 27.10.2015 "Erlernter Nichtgebrauch" entlarvt Parkinson-Charakterzüge


















 
























Montag, 7. Dezember 2009

Neuropathologisches Drama in 5 Akten


Innerer Dialog eines Schüttel-Gelähmten

Prolog

Zitternde ältere und alte Menschen gibt es allenthalben. Früher nannte man das Phänomen "Tatterich", den Betroffenen "Tattergreis", obschon auch ältere Frauen nicht frei vom Zittern waren. Heute diagnostiziert der Neurologe: "idiopathischer morbus parkinson". Das Ergebnis ist dasgleiche. Der Mensch hat eine Nervenkrankheit, die von Ärzten westlicher Schulmedizin bis heute (Anfang 2010) als "unerklärlich" und "unheilbar" bezeichnet wird. Sie empfehlen den hunderttausenden von Parkinson-Patienten die Einnahme von Tabletten, welche die eingeschränkte Ausschüttung des Nervenbotenstoffes Dopamin ausgleichen sollen. Dieser medizinische Ansatz verfehlt sein Ziel, da er das Symptom "Dopaminmangel" kurieren will - ungeachtet seiner Ursachen. Es ist von einem unerklärbaren Absterben von Nervenzellen (substantia nigra) einer bestimmten Zone des Gehirns die Rede.

Märchen-Onkel, Kräuterhexen und Quacksalber

Schauen sie ins Internet, lassen sie eine Suchmaschine nach Parkinson oder L-Dopa fahnden: ein wahrer Hexensabbat wird ihnen dort offenbart. Ärzte, die nie geforscht haben, empfehlen alle möglichen "Kuren": vom Hirnschrittmacher bis zur Implantation von Stammzellen, um nur die teuersten Scheintherapien zu nennen. Als Nahrungsergänzungsmittel werden afrikanische Mucuma-Pruriens-Bohnen, die Levodopa enthalten, in ungeprüfter Qualität feilgeboten. Die Pharmakonzerne preisen ihre L-Dopa Medikamente, wie z. B. Madopar der Roche Pharma AG, an als wäre dies nicht ein Rauschgift, sondern ein Labsal. Nicht zu vergessen sind die Geschichtenerzähler in den Gesundheitsportalen, die Einzelfälle von Gewinnspiel-, Sex- und Alkoholsucht als typische Problemfelder des Parkinson-Patienten menetekelhaft ausmalen. Selbst Professoren der Neurologie reihen sich schamlos in diesen Dunstkreis der Borniertheiit, der Verantwortungslosigkeit und Geltungssucht ein. Hier werden nicht einmal Krankheitsbilder und Wirkungen der Medikation auseinander gehalten.


Parkinson's Recovery Project

Dank des seit zehn Jahren arbeitenden Parkinson-Genesung-Projektes an der Universiät für Traditionelle Chinesische Medizin in Santa Cruz, Kalifornien, hätten die vorgenannnten Akteure der Pseudowissenschaft spätestens seit 2008 sich eines Besseren belehren lassen können. Morbus parkinson ist eine neuropsychologisch erklärbare Erkrankung, die nicht durch Medikamente, sondern durch eine Kombination ausgewählter Physio- und Psychotherapien heilbar ist. Dies unterscheidet die Krankheit nicht von vielen anderen Nervenkrankheiten. Zentraler Erklärungsansatz ihrer Entstehung ist der Begriff der Dissoziation, einer bestimmten, typischen Foorm des Zerfalls eines geordneten Bewusstseinszusammenhanges. Nach den Forschungsergebnissen der amerikanischen Fachärztin für Akupunktur und Traditionelle Chinesische Medizin, Dr. Janice Walton-Hadlock, ist eine solche Dissoziation eine ganz normale biologische Reaktion des Organismus in Fällen des Erkennens von Gefahr. Beim Parkinson-Patienten hält diese Dissoziation jedoch weiter an, wenngleich die richtig erkannte Gefahr längst vorüber ist. Dies hat verhängnisvolle Folgen für das Nervensystem.

Mehr als einhundert Parkinson-Patienten wurden in Ssanta Cruz durch eine ganzheitliche Therapie, die auf neurologisch nachprüfbaren Vorgängen und Verfahren beruht, geheilt. Krankheitsgeschichten von Dutzenden Patienten wurden festgehalten und publiziert. Vor allem wurden die neuro-psychopathologischen Auswirkungen der üblichen Parkinson-Medikationen sorgfältig analysiert. Kernergebnisse der Forschungen wurden auch in wissenschaftlichen Medien und Symposien der westlichen Schulmedizin hinreichend publiziert. Die grundlegenden zwei Forschungsberichte von je ca. 700 Seitn stehen seit über einem Jahr zum kostenlosen Herunterladen im Internet zur Verfügung.

Es braucht ja so wenig....

Voraussetzungen für die Kenntnisnahme des im Parkinson's Recovery Proect zusammengtragenen Wissens sind

1. gute Kenntnisse der englischen Sprache
2. Grundkenntnisse und Verständnis der Traditionellen Chinesischen Medizin (z.B. Meridiane, Energiefluss, Akupunktur.Punkte, Tuina.Massage, Qigong)
3. ein PC mit Internet-Zugang

Ganz offensichtlich ist die deutsche Landschaft der Medizin- und Pharmaforschung so "aufgestellt", dass diese drei Voraussetzungen bislang in keinem einzigen Fall gegeben sind.


Innerer Dialog nach Freud'schem Vorbild



Der hier vorgestellte innere Dialog eines Schüttel-Gelähmten ist in "Echt.Zeit" geschrieben. Er stammt von einem 66-jährigen Rekonvaleszenten, der vor 12 Jahren an Parkinson erkrankte. Einzelheiten seiner Therapien sind in voran gegangenen Posts dargelegt. Im Stil des inneren Dialogs ist in dem folgenden "Drama in fünf Akten" eine Anlehnung an die Darstellungsweise erkennbar, die seinerzeit (1923) Sigmund Freud in seiner Schrift "Das Ich und das Es" gewählt hatte. Dies gilt aber nicht für die Inhalte der verwandten Begriffe. Keiner der von Freud verwendeten Begriffe "Ich, Es, Ichideal" ist inhaltlich identisch mit dem hier verwendeten Begriffe-Paar "reines Ich" und "selbsternanntes Ego".

Das hier verwendete Begriffe-Paar entspricht den Wortbedeutungen, wie sie in den Schriften von Frau Dr. Janice Walton-Hadlock (JWH), aber auch z. B. in den Lehrschriften Buddhas unter folgenden Bezeichnungen seit 2,500 Jahren bekannt sind. (Vgl. auch Douglas Russell: "Seven basic constructs of psychosynthesis", 1982)

"ego-self" = "self" (JWH) = hier: selbsternanntes Ego 

"true essence of the self"= "Self" (JWH) = hier: reines Ich


Quelle; The Sayings of Buddha, Teachings on Spiritual Cultivation, illustrated and interpreted by Tsai Chih Chung, ASIAPAC, Singapore 1998





Wer spricht hier mit wem ?

Nach einem grundlegenden anthropologischen Erklärungsansatz sind es zwei Einheiten, d.h. es ist eine Dualität, die das menschliche Wesen kennzeichnet. Das Wesen des Menschen besteht demnach aus dem reinen Ich und dem selbsternannten Ego. Wir kürzen hier das reine Ich ab mit rI, das selbsternannte Ego mit sE.

sE existiert nicht unabhängig von rI; es hat zwangsläufig eine Art Schnittmenge mit dem rI. Aber es gibt auch einen Teil des sE, der sich außerhalb des rI bewegt; es muss von dort aber stets in die Grenzen des rI zurückgeführt werden, wenn der Mensch gesund bleiben oder werden soll.


Einzelheiten zum sE sowie zum rI sind in den voran gehenden Posts nachzulesen. Das rI ist der natürliche Geist-Körper-Komplex, das sE eine stets auf Abwegen befindliche bloß eingebildete Kraft, die sich gern als "der eigentliche Mensch" aufspielt, anpreist und verkauft. Kommentar überflüssig, oder? Das reine Ich ist gleichsam der Hauseigentümer; das sE bloß der Hausmeister.



Simplifiziert betrachtet wird die Eigenart des rI durch den Bullen, die Eigenart des sE durch den Bären symbolisiert, wie wir sie als bronzene Skulpturen vor den Aktienbörsen in Frankfurt am Main oder New York anschauen und sogar anfassen können. Der Bulle ist zuversichtlich, der Bär mißtrauisch.  Das sE ist mit Recht mißtrauisch, denn es weiß ja selbst am besten, das seine Aktionen nicht viel Wert sind.




reines Ich - selbsternanntes Ego : 

Drama in 6 Akten



Der innere Dialog des Menschen wird hier dargestellt, seine abenteuerliche  Entwicklung in sechs Akten bekundet und die Heimkehr schließlich zur "inneren Ruhe" angedeutet.


Akt 1: Gesundheit
Akt 2: Prädisposition
Akt 3. Erkrankung
Akt 4: Therapie
Akt 5: Rekonvaleszenz
Akt 6: Genesung 





Akt 1: Gesundheit


rI: Das rI hält das sE gut unter seiner Kontrolle.

sE: Die üblichen Abschweifungen (Ego-Trips) des sE sind erkennbar; Familie und/oder Gesellschaft sorgen durch geeignete erzieherische Maßnahmen dafür, dass Auffälligkeiten des sE rechtzeitig korrigiert werden (Normenkontrolle).

Einige Auffälligkeiten des sE werden - leider - durch ungeeignete erzieherische Maßnahmen der Familie oder der Gesellschaft geahndet. Diese ungeeigneten Maßnahmen bewirken eine Verletzung des sE. Beispiel Prügelstrafe: geschlagen wird das rI (Geist-Körper-Komplex), Verursacher ist das sE, die Schläge verursachen keine Brüche, Blutungen, also keine gröberen körperlichen Verletzungen, wohl aber eine seelische Demütigung, eine Entehrung des sE, das sich darüber ärgert, seine Wehrlosigkeit und Geringwertigkeit erleben und eingestehen zu müssen.


rI: Das sE wird vom rI im Wege vernünftiger Argumente durch Räsonnieren beschwichtigt. Das sE verdrängt die erlittene Schmach erfolgreich und überwindet damit sein Trauma.

rI: Das ri hat das sE wieder unter Kontrolle.



Akt 2: Prädisposition


rI: Das rI stellt fest, dass das sE immer öfter und mit zunehmender Intensität versucht, sich dem Einfluss des rI zu entziehen. Vor allem spüren dies auch andere Menschen in der Familie oder Gesellschaft.


sE: Eine heftige, besonders ungeeignete Maßnahme, ausgeführt von einem anderen Menschen, löst im sE die Empfindung aus, solche Schmach nicht länger ertragen zu könnrn und zu wollen. Das sE wählt nicht den Weg der Agression gegen den Verletzer, weil diese Lösung aussichtslos erscheint. Das sE wählt auch nicht den Weg der Selbstagression, weil dies nicht zu seinem Rachekalkül passt. 


Das sE wählt den Weg "stoischer" Gelassenheit. Es versucht die Verletzungen zu überspielen, nach dem Motto "gute Miene zum bösen Spiel". Es erträgt weitere "Korrekturen" durch seiner "Erzieher" und baut sich dabei immer nachhaltiger eine Welt aus Tagträumen auf. In dieser Scheinwelt des sE gibt es keine Abstrafungen, denn diese Scheinwelt ist ja unerreichbar für die Erziehenden und ihre Strafkommandos. Das sE hat sich damit ähnlich verhalten wie jemand der "aus seinem Herzen eine Mördergrube" macht, wie das Sprichwort es formuliert.



Das sE kann mit dieser Dopppelwelt gut leben. Es reduziert erfolgreich seine von außen erkennbaren Ego-Trips und verlagert seine Ego-Aktionen entweder in die Welt der Gedanken oder in die Welt des Allein-Seins, des unbeobachtet-Seins In diesen beiden isolierten, selbst erschaffenen bzw. manipulierten Welten lebt es sich - vermeintlich - nicht unbequem. 

Die gelegentlichen selbstkritischen Einwände des rI gegenüber dem sE werden von diesem schnell aus dem Wind geschlagen - allzu unangenehm, erniedigend und hochnotpeinlich waren die vom sE erlebten Korrekturen und Sanktionen, als dass es nun sein selbst erschaffenes und bestens gehütetes Versteck wieder aufgeben würde. Das sE agiert deshalb weiterhin "under cover".


Seelen-Schmerz verdrängen



Das sE erlernt mit der Zeit, dass seelische Schmerzen in Folge ungelöster Konflikte mit wichtigen Menschen vermeidbar sind, wenn man es sich immer wieder gebetsmühlenhaft selbst einredet, dass diese Schmezen gar nicht so schlimm sind, wie sie zunächst erscheinen mögen. 

Und auch eine andere Erfahrung wurde vom sE längst "verarbeitet": Tränenausbrüche, Wutanfälle u.a führen zu noch heftigeren und noch stärker schmerzenden Korrekturen und Sanktionen. Normale "Ungezogenheiten" oder einfache Unbotmäßigkeiten und Unregelmäßigkeiten werden von den anderen Menschen fast schon antizipiert oder zumindest ohne Abstrafung akzeptiert.


Anders als die berühmte Pippi Langstrumpf, die ihre Eskapaden immer im Hier und Heute auslebt, begnügt sich das sE des Parkinson-Aspiranten in seiner Prädispositionsphase im Kindes- und Jugendlichenalter mit der Welt der Phantasie bzw. der "verdeckt", d. h. unentdeckt bleibenden Taten..



Nicht nur Seelenleid, sondern auch Körperschmerz können traumatisieren, wie zum Beispiel Unfallverletzungen: Einige körperlich sehr schmerzende Verletzungen z. B.an Füßen oder Beinen resultieren aus solchen "verdeckten" Aktionen des sE. Ein Sturz vom Ast eines Kletterbaumes, ein verrenktes Fußgelenk nach einem Sturz beim unerlaubten Ausflug mit dem Motorrad, halb erfrorene Füße nach dem Einbrechen der Eisdecke auf dem verbotenen zugeforenen Weiher: Alles musste verschwiegen werden, wenn das sE seiner Strafe entgehen wolte, mit der es glaubte. anderenfalls sicher rechnen zu müssen. 

Es geht um das Vertuschen der - kleinen - Übeltat zu Lasten der befürchteten Sanktion und zur Vermeidung der Reue. Mit Trost oder Mitgefühl von Seiten besorgter Eltern glaubte das sE ohnehin nicht rechnen zu können.



Der Aburteilung entgehen   (Foto: NY subway creatures)


 



Der Aburteilung entgehen, heißt die Devise. Das sE hat schon einen recht umfangreichen Teil des rI unter Kontrolle gebracht. Und es frohlockt dabei sogar, denn die vermeintlich erworbene Freiheit empfindet es als angenehm. 


rI. Das rI empfindet inzwischen kaum noch derart angenehme Gefühle. Solche Gefühle würden voraussetzen, dass der Nevenbotenstoff Dopamin freigesetzt wird, Es ist aber so, dass das Gehirn ständig auf der Hut sein muss, dass es die verdeckten Aktonen des sE vertuschen kann. Dafür benötigt das Gehirn eine Menge und produziert dann auch genügend Adrenalin. Adrenalin wirkt zur Realisierung des "Kampf oder Flucht"-Reflexes. Das rI kann immer seltener entspannen, fühlt sich nirgendwo absolut sicher. Es ist, ebenso wie das sE, dauernd  auf der Hut.


Die Spiegelbild-Illusion



sE: Das eitle sE schaut gern in den Spiegel, um sich quasi an sich selbst zu ergötzen. Hierbei gerät das sE jedoch in die Falle der Illusion, d. h. des Verkennens der gesamten Situation. Das sE schaut in den Spiegel und sieht dort das von der Natur gegebene rI, den Geist-Körper-Komplex. Was sonst könnte das sE dort finden? - Nun meint das sE jedoch, es sähe sich selber, nämlich das sE dort im Spiegel. In Verkennung der Lage weiss es ja nicht, dass es selbst nur ein flüchtiges Gedankengebilde ist, das der Spiegel gar nicht abbilden kann.


Die geschilderte Selbst-Verkennung des sE im Spiegelbild hat verhängnisvolle Wirkungen. Solange das im Spiegel erkennbare Gesicht durch stoische Gelassenheit geprägt ist, sieht es akzeptabel aus. Das sE, welches vermeintlich sich selbst im Spiegel sieht, ist stolz auf seine gefasste Miene. Es wähnt sich auf dem richtigen Weg und nimmt sich vor, seinen selbst gewählten Pfad durch das "Gedanken-Reservat" frei von der Gefahr einer Verurteilung weiter zu gehen.


rI: Hätte das sE dort im Spiegelbild ein zornverzerrtes Gesicht oder rotverweinte Augen sowie eine Schniefnase erblickt, so wäre dieses der Zustand, in dem sich sein rI, von dem es abhängt, in Folge der erlebten Zumutungen wahrhaft befindet. Es hätte die Realität erkannt, nämlich sein eigenes Leiden, das nun schon auf das rI durchgeschlagen ist.


sE. Durch eine Art Selbst-Suggestion verfestigt sich im sE die Überzeugung auf dem richtigen Weg zu sein. Natürliche Hinweise des rI auf erkennbare System-Schwächungen werden ignoriert: etwa in Form von Atembeschwerden, sogenanntes Spielbrett-Umwerfen, Nervenzusammenbrüchen Magenschleimhautreizungen. (Vgl Stichwort Autosuggestion in Kapitel 47, in: Recovering from Parkinson's Disease, Santa Cruz 2009)


Schlussworte von Franz Kafka:

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"Niemand kann verlangen, was ihm im letzten Grunde schadet. Hat es beim einzelnen Menschen doch diesen Anschein – und den hat es vielleicht immer - , so erklärt sich dies dadurch, dass jemand im Menschen etwas verlangt, was diesem Jemand zwar nützt, aber einem zweiten Jemand, der halb zur Beurteilung des Falles herangezogen wird, schwer schadet.

Hätte sich der Mensch gleich anfangs, nicht erst bei der Beurteilung auf Seite des zweiten Jemand gestellt, wäre der erste Jemand erloschen und mit ihm das Verlangen."

Kafka, Aphorismus  81, Zitat








Akt 3  : Erkrankung



Ein Auslöser

Bevor es zu einer Parkinson-Erkrankung kommt, muss schon einiges an Angst und Schrecken erregenden Ereignissen zusammen kommen. Prädisposition allein ist dafür nicht hinreichend. Ein objektiv betrachtet übergroßes Trauma oder mehrere auf einander folgende seelische Schmerzen und Verletzungen sind nötig, um das gesamte Biosystem des rI so aus der Reihe zu bringen, dass es sich z. B. weigert, einen weiteren Schritt vorwärts zu gehen oder bei der Erinnerung an bestimmte Trauma begründende Situationen in heftige Schüttelbewegung zu geraten, für die eine Bezeichnung "zittern" klar untertrieben wäre





Wer zittert hier und warum zittert er?

rI: Es ist nicht zu leugnen, dass hier auf jeden Fall das rI zittert. Die Parkinson-Krankheit hat natürlich etwas mit dem Verstand bzw. dem Denk- und Fühlapparat des Menschen zu tun, aber auffällig sind zum Beginn der Erkrankung nicht die geistigen Vorgänge im Patienten. Im "Rampenlicht der Öffentlichkeit" - so empfindet es das sE des Erkrankten - steht das Unvermögen des Körpers - also des rI, sich "ordentllich", d. h. unauffällig zu bewegen. Hände zittern, es verschlägt dem rI die Sprache, der Patient bewegt sich torkelnd ("wie ein Betrunkener") oder mit Trippelschritten ("wie ein Hundertjähriger") - und das mit Mitte 50 oder früher!



Der Körper lügt nicht


Das ri kann die Belastungen, die das sE ihm über Jahrzehnte zugemutet hat, angesichts der  kürzlich erlebten, schmerzbehafteten Verluste nicht länger weg stecken.


Exkurs: Was war der Auslöser für den Funktions-Streik des Organismus, des rI ?

Rund zehn Jahre vor der Erkrankung ist der Autor des hier vorliegenden "Drama in 5 Akten" durch eine heftig lebensbedrohliche Phase gegangen, die durch Bedrohung und Terror geknnzeichnet ist. Es wurde ein gelegentliches, auffälliges Zittern beobachtet, das regelmäßig auftrat, sobald diese genannte Situation zur Erörterung stand. Um derartig peinliche Situationen zu umgehen, bemühte sich das sE des Parkinson-Aspiranten fleissig darum, jene schrecklichen Vorgänge zu verdrängen, d. h. mit niemand darüber zu kommunizieren.

Ausgebrochen ist die Parkinson-Erkrankung des Autors unmittelbar nach dem unerwarteten Tod seiner Mutter. Voran gegangen war das Miterleben des Sterbens eines anderen sehr nahe stehenden Familienangehörigen - und das alles in einem Zeitraum von rund zwei Jahren, in denen auch drei der besten Freunde völlig unerwartet verstarben.

Das sE sorgte in allen fünf genannten Todesfällen - wie immer - dafür, dass möglichst wenig Schmerz und Leid bewussst gemacht, d. h. wenig Trauerarbeit geleistet und stattdessen zügig zu den Tagesordnungen von Beruf und Familie zuück gekehrt wurde.






Ähnliche Abläufe des Lebens sind auch den dutzenden von Krankheitsgeschichten von Parkinson-Patienten zu entnehmen, die in der Literatur zum Parkinson's Recovery Project in Kalifornien dokumentiert sind.


Vom Umgang mit dem Leben und dem Tod



Zen-Buddhisten zitieren gern Albet Einstin, wenn sie einem Westler erklären wollen, dass ihre Sichtweise den modernen Erkenntnissen der Physik nicht widerspricht:






Fortsetzung folgt im neuen Post "Das Drama in 5 Akten", Fortsetzung






















Dienstag, 1. Dezember 2009

Reise zum Ich


Die intuitive Heilpraktikerin Brandon Bays empfiehlt sogenannten chronisch Erkrankten, wie z. B. den Parkinson-Patienten, sich jeden Tag Zeit zu nehmen, um sich mit der Grundfrage ihrer Existenz und ihres Wesens auseinander zu setzen.

Dies läuft auf die schlichte, doch schwierige Frage hinaus

Wer bin ich?

Das nebenstehende Bild zeiigt eine von 44 "Karten zum Seelenhighway", die Brandon Bays im Rahmen ihres Projektes "THE JOURNEY" veröffentlicht hat.

Hilfestellungen für die Beantwortung der Fragen können Parkinson-Patienten in den nachfolgenden Posts finden.


Gute Reise !